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#Tanz-Geschichte Nr°7: Jazz Dance

Fällt in einem Gespräch das Wort „Jazz“, so denken wahrscheinlich die meisten von uns sofort an Big Bands, schwungvolle Rhythmen und Louis Armstrong. Ist allerdings von „Jazz Dance“ die Rede, hält sich das Wissen der meisten in Grenzen. Höchste Zeit also, dieses Wissen wieder aufzufrischen.


Obwohl der Jazz Dance heutzutage als moderner Bühnentanz angesehen wird, wurde er in seiner Ur-Form im 18. Jahrhundert von afrikanischen Sklaven nach Amerika gebracht. Dort wurde der Tanz-Stil durch Einflüsse der afrikanischen, südamerikanischen und indigenen Kultur besonders geprägt. Die unterschiedlichen Rhythmen und Tanz-Schritte vermischten sich und beeinflussten den Jazz Dance maßgeblich. Zu dieser Zeit und aus dem Jazz Dance heraus, entwickelten sich unter anderem auch der „Charleston“, der „Lindy Hop“ und der klassische Stepptanz. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts fand der Jazz Dance seinen Höhepunkt und erfreute sich auf der ganzen Welt an steigender Popularität. Abgelöst wurde dieser Hype dann in der Mitte des Jahrhunderts vom „Swing“.


Ursprünglich galt die damals sehr beliebte Jazz-Musik als musikalische Grundlage für die Tänzer*innen (daher auch Jazz Dance). Heutzutage lässt sich der Tanzstil allerdings nicht mehr auf eine Musik-Richtung einschränken, deshalb findet man Jazz Dance-Choreografien auch zu aktuellen Pop-Charts. Immer mal wieder kommt es in der Tanz-Welt zu einem Mix aus mehreren unterschiedlichen Tanz-Stilen. Die daraus entstandene Vielfalt des Jazz Dance führte dazu, dass man beim Jazz Dance zwischen Lyrical Jazz Dance und Modern Jazz Dance unterscheidet. Die beiden Stile unterschieden sich insofern, als dass der Lyrical Jazz Dance den Text der Lieder in den Fokus stellt und so eine emotionale Verbindung zwischen Tanz und Musik herstellt. Beim Modern Jazz Dance wird der traditionelle Jazz Dance mit dem Modern Dance vermischt und sticht vor allem durch dynamische und energetische Choreografien hervor.


Kennzeichnend für den Jazz Dance ist der Fokus auf die Körperhaltung bzw. die Körperlinie. Isolierte Bewegungen/Körperpartien und schnelle kontrollierte Fußbewegungen sind typische Merkmale dieses Tanz-Stils. Dazu kommen auch noch spezielle Techniken im Tanz, die nach ihren Begründern benannt sind (z.B. Horton-Technik, Luigi-Technik, etc.). Durch den Einfluss des klassischen Balletts auf den Jazz Dance ist dieser in der Komplexität und Schwierigkeit seiner Techniken nicht zu unterschätzen, lässt geübte Tänzer*innen in deren Bewegungen aber dennoch elegant und grazil wirken.


Jazz Dance ist ein wahres Allroundtalent mit beeindruckender Geschichte, die u.a. auch durch besondere Tänzer*innen langfristig geprägt wurde. Wer diese Persönlichkeiten waren und wie sich ihr Einfluss auf den Tanzstil geäußert hat, erfährt ihr in Teil 2 ausführlich. Bis dahin: Keep calm and Jazz Hands!








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