#Tanz-Geschichte N°2: Ballett (Teil 1)

Das Ballett ist uns allen bekannt: Es verzaubert uns, berührt uns und bewegt unsere Seele. Genau deshalb ist dieser Tanzstil ein bedeutender Teil unserer wertvollen Kultur. Aber was steckt hinter diesem atemberaubenden Kulturgut?


Schon seit dem 15. Jahrhundert gibt es das Ballett und obwohl es erst ab dem 16. Jahrhundert tatsächliche Versuche mit dieser neuen Tanzrichtung gab, erschien 1499 schon die erste Ballettaufführung. Choreografiert wurde jener Tanz von Bergonzo Betta, einem Adeligen aus der Stadt Tortona. Diese Aufführung, welche auf einer Vermählung stattgefunden hatte, schlug kräftige Wellen, es war das Stadtgespräch schlechthin. Sie hatte großen Erfolg, denn auch damals sorgte das Ballett schon für unglaubliche Bewunderung.


Domenico di Piacenza schrieb im 15. Jahrhundert auch schon die erste Abhandlung über Ballett. Sie trägt den Namen „De arte saltandi et choreas ducendi“ („Von der Kunst, zu springen und einen Chor zu leiten“). Im Grunde genommen handelt es sich um den Ursprung der choreographischen Arbeit. Piacenza setzte sich intensiv und kreativ mit der Beschreibung und Analyse von Schritten, sowie Bewegungen auseinander und schuf völlig neue Kombinationen und Abfolgen.


In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts prägte ein bedeutsamer Mensch das Ballett. Baltazarini Baldassarino, bekannt unter Balthazar de Beaujoyeux, zeugte von sagenhafter Kreativität und schuf in Zusammenarbeit mit Katharina von Medici ein Stück namens „Ballet de polonais“, welches 1573 aufgeführt worden ist. Diese Zusammenarbeit hatte einen maßgebenden Einfluss auf die Konsolidierung des Balletts. Balthazars wichtigstes Werk „Ballet comique de la reime“ wurde schließlich zur Tradition des Hofballetts.


Nicht nur begabte Bürger, sondern auch ein besonderer König gilt als Pionier des Balletts. Ludwig der 14., einst König von Frankreich, übernahm meist die Hauptrolle in seinem eigenen Ballett. Es ist bekannt, dass jener König auch „Sonnengott“, oder "Sonnenkönig" genannt wird. Aber warum ist das überhaupt so? Da stecken kein Krieg, keine Schlacht und keine selbstverherrlichende Diktatur dahinter. Er vertanzte 1653 im „Ballet Royal de la Nuit“ die aufgehende Sonne. Durch Ludwig den 14. gewann das Ballett an so viel Anerkennung, dass es schließlich als szenische Kunst galt. 1671 gründete der Sonnenkönig die Musikakademie, die vorerst zur königlichen Akademie für Musik und Tanz, und 1712 zur königlichen Opernschule umgewandelt wurde.

Das 18. Jahrhundert war eine entscheidende Zeit für das Ballett. Diese Tanzrichtung, die zuerst nur für Adelige zugänglich und erlernbar war, wurde von den Leitern der königlichen Opernschule für alle Kinder von 9-13 Jahren kostenlos angeboten. Somit war eine professionelle Ballettausbildung für jedes Kind, das die Magie des Balletts spüren und andere Menschen damit verzaubern wollte, zugänglich.




Nun war das Ballett von hohem technischem Niveau gekennzeichnet, es gab schon richtige Stars, die einmal den unverwechselbaren Ausdruck und einmal die schärfste Technik zutage legten. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde das Ballett zur unabhängigen Kunst.

Der Franzose Jean Georges Noverre hatte einen beachtlichen Einfluss auf die Entwicklung, da er die Technik und Bewegung durch seine eigenen Prinzipien und Arbeiten sehr veränderte. Er entwickelte den „mechanischen Tanz“ und den „Handlungstanz“. Noverre forderte außerdem eine allgemeine und technische Ausbildung für Tänzer. Er behauptete, dass Tänzer neben dem Wissen über Musik, Literatur, Geometrie und Malerei auch die Anatomie über ihren eigenen Körper beherrschen müssen: „Tänzer sollen ihren Körper kennen, wenn sie keine tanzenden Automaten sein wollen.“ Der französische Künstler forderte ebenso für das Ballett eine eigene und spezielle Musik, die eine Zusammenarbeit von Choreographen, Komponisten, Bühnentechnikern und Tänzern auslöste.

Infolgedessen wuchs das Ballett über sich hinaus, ja man könnte fast sagen, so entwuchs es seinen Kinderschuhen.





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